Anodische Tauchlackierung

Die Anodische Tauchlackierung (ATL) ist ein elektrochemisches Beschichtungsverfahren.
Dabei wird der Lackfilm auf der Anode abgeschieden. Das zu lackierende Werkstück wird also am positiven Pol des Gleichrichters angeschlossen. Die Bindemittelbestandteile des Lacks haben anionischen Charakter – sie sind negativ geladen. Seit Einführung der Kathodischen Tauchlackierung (KTL) zur Oberflächenbeschichtung im Automobilbereich kommt die ATL bis auf wenige Ausnahmen kaum noch zum Einsatz. Warum? Zum einen bietet die KTL einen deutlich besseren Korrosionsschutz. Zum anderen weist die Anodische Tauchlackierung entscheidende Nachteile auf:

  • Anodische Anlösung des Lackiergutes als Nebenreaktion > Einschluss von Metallionen im Film und somit hohe Korrosionsanfälligkeit
  • Bildung saurer Polymere > geringe Verseifungsstabilität
  • Möglichkeit des Bindungsbruchs zwischen Phosphatschicht und Metall während der Abscheidung