Kathodische Tauchlackierung (KTL)

Die Kathodische Tauchlackierung (KTL) – auch „Kathophorese“ genannt – ist ein bewährtes elektrochemisches Lackierverfahren und kommt unter anderem bei der Oberflächenbeschichtung von Autokarosserien zum Einsatz. Im Beschichtungsprozess wird das zu beschichtende Substrat bzw. Lackiergut in einen wässerigen Tauchlack eingetaucht und als Kathode geschaltet. Beim Anlegen einer Gleichspannung von etwa 3.000 Ampere und 220 bis 320 Volt findet der elektrochemische Vorgang der KTL-Abscheidung statt. Zwischen dem zu beschichtenden Objekt und der Anode wird ein Gleichspannungsfeld erzeugt. Dadurch können sich wasserlösliche kolloidale Bindemittelpartikel (Mizellen) an der Oberfläche des als Kathode geschalteten Beschichtungsobjektes abscheiden. Ergebnis ist ein fester, geschlossener und haftender Lackfilm auf dem Substrat. Dieser wird abschließend in einem Ofen ausgehärtet bzw. vernetzt. Abhängig von der Teilegeometrie wird bei der Beschichtung eine Lackschicht von 10 und 40 µm auf dem Objekt abgeschieden. Die genaue Schichtdicke ist über die Strommenge exakt steuerbar.