Safety first: Korrosionsschutz für Quer- und Längslenker

Fahrwerksteile im Auto haben eine tragende Rolle: Gelenke, Bremsen, Federn, Lenkung, Räder und viele weitere Komponenten bilden zusammen einen komplexen Verbund, der die Verbindung der Karosserie zur Fahrbahn darstellt. Umso wichtiger ist es, dass diese Teile hohe Sicherheit und Fahrdynamik garantieren.

Das Fahrwerk hat verschiedene wichtige Aufgaben: Zum einen überträgt es die Kräfte zwischen Fahrzeug und Fahrbahn, zum anderen ist es mittels Federn und Dämpfern für das vertikale Schwingungsverhalten zuständig. Außerdem ermöglicht es das Lenken und Bremsen des Autos. Technisch anspruchsvolle und sicherheitsrelevante Systeme sind daher unumgänglich. Fehlfunktionen oder Korrosionsschäden würden fatale Folgen für Autoinsassen und Außenstehende mit sich bringen. 

Der gesamte Fahrverbund, aber vor allemdie Lenkelemente sind heutzutage extremen Belastungen ausgesetzt: Schlaglöcher, Risse oder Unebenheiten auf den Straßen strapazieren die Teile und setzen somit eine hohe Qualität voraus. Um diesen Problemen aus dem Weg zu gehen, benötigt ein Auto verschiedene Lenkerarten: Quer-, Längs- und Verbundlenker. Je nach Fahrzeugklasse werden die Bauteile aus Stahl oder sogar Aluminium gefertigt.

Beschichtungsmöglichkeiten gegen Korrosion

Neben der beweglichen Beanspruchung müssen die Lenker Einflüssen durch Wasser, Kälte, Hitze und Partikelreibung wie Salze oder Schmutz standhalten. Um Korrosionsschäden vorzubeugen, wird häufig ein passiver Korrosionsschutz wie z. B. die KTL-Beschichtung verwendet. KTL – kathodische Tauchlackierung – ist ein elektrochemisches Verfahren, bei dem das Bauteil in einem mit wässrigem, elektrisch leitfähigem Tauchlack gefüllten Becken unter Gleichspannung beschichtet wird. Die abgeschiedene Schichtdicke liegt typischerweise zwischen 10–40 μm. 

Im Einbrennprozess vernetzt die Lackschicht zu einem homogenen, geschlossenen Film. Das Verfahren eignet sich vor allem für komplizierte Strukturen, große Stückzahlen und dringt auch in Hohlräume ein. Der passive Korrosionsschutz hat jedoch zur Folge, dass Rost und die Gefahr einer Unterwanderung schnell entstehen, wenn die Lackschicht bis zum Substrat verletzt wird.

Die Alternative: Zinklamelle

Dieses Problem kann durch ein innovatives System gelöst werden, bei dem die kathodische Tauchlackierung mit einem Zink- oder Zinklamellen-Basecoat aus dem Dörken MKS-Portfolio kombiniert und damit ein hochleistungsfähiger kathodischer Korrosionsschutz erreicht wird.


Dreieckslenker nach Steinschlag-Test gem. DIN EN ISO 20567-1 und Salzsprühtest gem. DIN EN ISO 9227: ohne Dörken MKS-Beschichtung nach 144 Stunden Rotrost (links), mit Dörken MKS-Beschichtung mind. 720 Stunden ohne Rotrost (rechts).

Besonders die Beschichtungssysteme aus Zinklamellen empfehlen sich für Quer- und Längslenker, da sie in sehr dünnen Schichten (8–20 μm) appliziert werden. Und auch Hohlräume und angebaute Schweißmuttern stellen keine Herausforderung dar. Dank dieser dünnen Beschichtung kann zudem Gewicht eingespart werden – ein Aspekt, der nicht nur im Bereich Leichtbau, sondern auch für den Klimaschutz nicht unerheblich ist. Die leichte Beschichtung führt zu einem exzellenten und langlebigen Korrosionsschutz und damit zur langen Funktionalität des Bauteils.

Ein weiterer Vorteil: Die Zinklamellensysteme von Dörken MKS sind auch für hochfeste Stähle geeignet, da im Beschichtungsprozess kein Wasserstoff erzeugt und somit die Gefahr der wasserstoffinduzierten Spannungsrisskorrosion vermieden wird. Die niedrigen Einbrenntemperaturen von 220 °C vermeiden zudem eine Werkstoffschädigung des Stahls durch zu hohe Hitzebelastung. In Kombination mit einem abgestimmten Topcoat wird eine hohe aktive kathodische Schutzwirkung – auch nach Steinschlagbelastung – sichergestellt. D. h., bei einer Verletzung der Beschichtung opfert sich beim Kontakt mit Wasser und Sauerstoff das unedle Zink im Basecoat zugunsten des edleren Stahluntergrundes.


Nach Steinschlag-Test gem. DIN EN ISO 20567-1 und Salzsprühtest gem. DIN EN ISO 9227 für Querlenker kein Rotrost nach 1.000 Stunden.

Zusätzlich erfüllen Zinklamellensysteme die Bestimmungen der herstellereigenen Fahrtests und kommen so den steigenden Qualitätsanforderungen der Hersteller nach.


Nach 10 Zyklen ist ein Sturzlenker mit Zinklamellenbeschichtung ohne Rotrost (nach Steinschlag-Belastung gem. DIN EN ISO 20567-1 und Korrosionsschutzprüfung gem. VDA 233-102).