Verzinkung 2.0

Hochleistungsfähige und Chrom(VI)-freie Alternativen für einen langen Werterhalt.

In der Agrarwirtschaft genutzte Geräte, Maschinen und Gebäude sind unterschiedlichsten Beanspruchungen aus­gesetzt - dies gilt auch für die dort verbauten Kon­struk­tions­teile und Komponenten. Der Oberflächenschutz für diese Bauteile hat deshalb - neben der eigent­lichen Funk­tion des Korrosionsschutzes - noch eine Vielzahl weiterer Anforde­run­gen zu erfüllen. So muss die Be­schichtung in diesen Einsatzbereichen meist hohe che­mi­sche Belastungen aushalten, verursacht bspw. durch Düngemittel oder Silagesäfte. Sie muss optimale Haf­­tungs­­eigenschaften aufweisen und - vor allem beim Ein­satz im Motor- und Radbereich - tem­pe­ra­turbeständig sein. Darüber hinaus sollte sich der Beschich­tungs­prozess durch einfaches Handling auch großer Teile aus­zeichnen, Verzugs- und Setzverhalten optimieren, Sprödbruch vermeiden oder Gleitmitteleigenschaften sicherstellen. Zu guter Letzt sollte der ganze Prozess möglichst effizient und wirt­schaft­lich und zudem umwelt­schonend sein.

Verzinkung 1.0 – Herkömmliche galvanische Systeme, KTL und Pulver- oder Feuerverzinkung

Diesem komplexen Geflecht von Anforderungen steht eine ganze Reihe von potenziellen Oberflächen gegen­über, die meist vom Konstrukteur des jeweiligen Bauteils ausgewählt und festgelegt werden. Dabei werden bislang häufig Blaupassivierungen oder Chrom(VI)-haltige Gelbchromatierungen eingesetzt, welche die bisherigen, von der Agrartechnikherstellern festgelegten Korrosionsschutzanforderungen weitestgehend erfüllen konnten. Aufgrund der weiter steigenden Anforderungen reichen diese aktuell eingesetzten galvanischen Systeme jedoch nicht mehr aus. Zum Teil können hier galvanische Zinklegierungssyteme eine Lösung sein.

In der Mehrzahl der Fälle er­halten die Bauteile land­wirt­schaftlicher Maschinen und Geräte eine KTL-Beschich­tung mit an­schlie­ßender Pulver­lackierung. Der Grund für den bevorzugten Einsatz dieses Aufbaus sind vor allem die gute Optik, aber auch die hohe Wirt­schaft­lichkeit und die prozesssichere und relativ unproble­matische Appli­ka­tion. An ihre Grenzen stößt die KTL jedoch bei Verletzungen der Oberfläche: Ein katho­­di­scher Korrosions­schutz kann damit nicht geleistet­ wer­den. Wenn eine Beschä­digung der KTL-Beschichtung bis zum Grundmetall durchgeht, wird das Substrat deshalb immer schnell korrodieren. Bei vielen Her­stellern der Land­ma­schi­nentechnik werden Korrosionserscheinungen deshalb oft  akzeptiert - zumal die meist groß dimensionierten Kom­ponenten selbst durch starken Rotrost zunächst nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Vor allem Pre­mi­umhersteller legen jedoch zunehmend Wert auf ein auch langfristig hoch­wertiges Erscheinungsbild ihrer Pro­dukte, oder die Funtionalität verlangt nach höherem Korrosionsschutz. Eine Alternative stellt hier die Feuerverzinkung dar. Sie schützt kathodisch, hat aber ihre Grenzen in der Handhabung, sowie den anzuwendenden hohen Temperaturen. Auch die häufig aufwendige Nacharbeit, sowie starke spätere Verwitterung können ein Problem sein.

Verzinkung 2.0
DELTA-PROZINC®

DELTA PROTEKT®

Unter diesem Motto bieten die Dörken MKS-Systeme hoch leistungsfähige Chrom(VI)-freie Alternativen zur herkömmlichen Galvanik Verzinkungen aber auch andere Lackaufbauten an. Delta-Prozinc® ist eine Electroplating-Linie, die den kom­pletten Prozess - von der Vor­be­­hand­lung über zink­ba­sier­te Bäder bis hin zu Passi­­vie­run­gen und Ver­siege­lun­gen mit und ohne Gleitmittelzusätze - abbildet. Das nickel- und cobaltfreie Zinksystem unterscheidet sie sich z. B. von der klassi­schen Blaupassivierung durch Chrom(VI)-freie Ober­flä­chen und den deutlich höheren Korrosionsschutz. Das pro­zess­sichere, standardisierte Oberflächen­schutz­sys­tem bietet bei Schicht­dicken des galvanischen Über­zugs von 8 µm bis 15 µm eine Beständigkeit von min­destens 360 Stun­­den gegen Über­zugs­korrosion und 720 Stunden gegen Grund­metall­korrosion im neutralen Salzprüh­nebel­test nach DIN EN ISO 9227. Bei einer Verletzung der Oberfläche greift der kathodische Schutz, da sich das Zink in der Oberfläche opfert. Die Systeme sind grundsätzlich löse­mittel- und komplex­bildnerfrei und damit gesund­heit­lich unbe­denklich und ressourcen­schonend. Die Ober­flä­chen überzeugen zu­dem durch eine langzeit­be­stän­dige deko­ra­tive Metalloptik.

Neben Delta Prozinc bietet Dörken MKS unter der Produktreihe Delta Protekt ein Zinklamellensystem als leistungsfähige Alternative zur KTL-Beschichung, bzw. Feuerverzinkung an. Die Dörken-Zinklamellensysteme bieten ei­nen kathodi­schen Korro­­sionsschutz durch die Opfer­wir­kung einer besonderen Zinklegierung. Bei circa 10-25% der üblichen Filmdicken. Durch die schuppen­artig an­ge­ordneten Lamellen­schichten kommt es zu einem Barriere­effekt, der den Angriff von korrosiven Medien wie Feuch­tigkeit und Sauerstoff - im Vergleich zu herkömm­lichen gal­­­va­nischen Korrosions­schutzschichten - deutlich ver­lang­­­samt. Da im Be­schich­tungsvor­gang kein Wasser­­stoff angeboten wird, besteht nicht die Ge­fahr einer Wasser­stoffversprödung von hochfesten Bau­teilen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zinklamellensysteme bei Großbauteilen über neben Tauchen auch als Spritzapplikation appliziert werden können. Die Auswahl der an­zu­wen­den­den Beschichtungstechnik ist abhängig vom je­weiligen Bauteil sowie den kundenindividuellen Anforderungen. Dörken MKS hilft Ihnen, Ihr spezielles Anforderungsprofil zu erstellen und entwickelt eine perfekt darauf abgestimmte Kombination aus Beschichtungs­sys­tem und Anlagentechnik. Dörken MKS hat einen kostenlosen Bemusterungs- und Prüfservice, sowie das Schulungszentrum „The Corrosion College“, welches individuell auf die Bedürfnisse des Agrarmaschinenbaus zugeschnitten sind.