Vor Wind und Wetter geschützt

Konstruktionsschrauben sind qualitativ hochwertige und notwendige Schrauben, die bei konstruktiven Holzbauten eingesetzt werden. Ein effektiver Korrosionsschutz ist dabei nicht nur möglich, sondern auch dringend nötig.

Die umgangssprachlich genannten „Holzbauschrauben“ sind Werkzeug und Verbindungselement zugleich und umfassen verschiedene Schraubentypen: Justierschrauben für Holz-Holz-Verbindungen, Distanzschrauben, Fassadenschrauben oder Schnellbauschrauben. Charakteristisch ist, dass sie sich bei der Montage im Holz ihr passendes Gegengewinde selbst schneiden. Dieser Vorgang hat zum Vorteil, dass die Schrauben ohne Vorbohren und damit schnell und wirtschaftlich eingesetzt werden können. Arbeitsschritte wie das Gewindeschneiden bzw. -formen sowie das Säubern nach dem Spanausblasen entfallen.

Konstruktionsschrauben werden meist aus Stahl oder Edelstahl hergestellt. Da sie aber oft mit Bauteilen anderer Werkstoffe verschraubt werden (z. B. Winkel), droht Kontaktkorrosion. Die Schrauben werden vor allem bei Dachkonstruktionen, dem Bau von Carports oder bei Spielgeräten verbaut und müssen allein aus sicherheitstechnischen Aspekten gut vor Korrosion geschützt werden. Niederschläge, schwankende Temperaturen und Kontakt mit chemischen Stoffen wie Imprägniermitteln belasten die Holzbauschrauben täglich und können zu Korrosion und damit zur Zerstörung der Bauteile führen.


Bei Konstruktionen droht schnell Kontaktkorrosion - ein geeigneter Korrosionsschutz kann dem entgegenwirken.

Status Quo

Bislang wurden die Konstruktionsschrauben entweder direkt aus Edelstahl hergestellt oder mit Hilfe von galvanischen Systemen vor Korrosion geschützt. Hier gibt es verschiedene Passivierungen, die zum Einsatz kommen können: Gelb-Passivierungen, die Chrom(VI) enthalten, oder alternativ Passivierungen auf Chrom(III)-Basis.

Alternative Schutzschicht

Um dem Korrodieren einer Holzbauschraube vorzubeugen, stellen Zinklamellensysteme jedoch eine ideale Alternative dar. Der zinkhaltige Basecoat ist für den aktiven kathodischen Schutz verantwortlich. D. h., wird die Oberfläche verletzt, opfert sich beim Kontakt mit Wasser und Sauerstoff das unedle Zink im Basecoat zugunsten des edleren Stahluntergrundes. Anschließend wird mit einem Topcoat beschichtet, der zum einen den Korrosionsschutz erweitert, zum anderen aber auch für zusätzliche Eigenschaften wie Reibungszahlen, chemische Beständigkeit oder Farbe sorgt. Zum Schluss kann bei Holzbauschrauben noch eine farblose Nachschmierung appliziert werden, die vor allem das Einschraubmoment beeinflussen und begünstigen kann. Somit ist nicht nur eine sichere, sondern zugleich auch eine einfache und stabile Verschraubung garantiert.

Die Beschichtungssysteme aus Zinklamellen empfehlen sich besonders für Holzschrauben, da sie in sehr dünnen Schichten (8–20 µm) aufgetragen werden und vor allem chemikalienbeständig sind. Ein weiterer Vorteil: Die Zinklamellensysteme von Dörken MKS sind auch für hochfeste Stähle geeignet, da im Beschichtungsprozess kein Wasserstoff erzeugt und somit die Gefahr der applikationsbedingten wasserstoffinduzierten Spannungsrisskorrosion vermieden wird. Die niedrigen Einbrenntemperaturen von bis zu 240°C vermeiden zudem eine Werkstoffschädigung des Stahls durch zu hohe Hitzebelastung. Zusätzlich haben die Zinklamellensysteme die baurechtliche Zulassung des Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) erhalten und erfüllen die Anforderungen der Korrosionswiderstandsklasse C5.


Zum Vergleich: Belastete Konstruktionsschrauben mit Gelb-Chromatierung zeigen nach 192 Stunden Rotrost (oben), Schrauben mit Dörken MKS-Beschichtungen (unten) zeigen selbst nach 700 Stunden keinen Rotrost (Salzsprühnebeltest gem. DIN EN ISO 9227).