Benutzeranmeldung

Passwort vergessen?

Bewitterung

Märkte Unser Vorgehen Beschichtungslösungen Beschichter The Corrosion College Glossar Unternehmen
Deutsch

The Corrosion College

Bewitterung

Als Umweltsimulation bezeichnet die Bewitterung das Prüfen von Werkstoffen oder Materialien unter Wettereinflüssen. Im Bereich der Oberflächentechnik zielt die Prüfung darauf ab, die Wetterbeständigkeit und Langlebigkeit eines Beschichtungssystems gegen witterungsbedingte Einflüsse wie UV-Strahlung (Sonne), Feuchtigkeit, Temperatur und Temperaturwechsel sowie Industrieabgase und andere atmosphärische Bestandteile wie Salze zu untersuchen. Sollen Bauteile beispielsweise im Offshore-Bereich eingesetzt werden, ist die Wetterbeständigkeit ein zentrales Bewertungskriterium.

Ob ein Beschichtungssystem die gewünschten Anforderungen in puncto Wetterbeständigkeit erfüllt, lässt sich im Rahmen unterschiedlicher anerkannter Prüfverfahren feststellen. Die Prüfungen werden je nach Anforderungen im Freien mit einer natürlichen Bewitterung (Freibewitterung) oder im Labor mit einer künstlichen Bewitterung durchgeführt. Bei der natürlichen Bewitterung wird zusätzlich zwischen Echtzeitbewitterung und beschleunigter Bewitterung (Schnellbewitterung) unterschieden, während die künstliche Bewitterung in der Regel ausschließlich in Form einer Schnellbewitterung durchgeführt wird.

NATÜRLICHE BEWITTERUNGSTESTS

Natürliche Bewitterungstests ermöglichen die realitätsgetreue Prüfung einer Oberflächenbeschichtung. Dabei werden die jeweiligen Prüflinge in speziellen Bewitterungsstationen komplexen Umweltbedingungen ausgesetzt. Typische Teststandorte mit stärkerer klimatischer Beanspruchung finden sich zum Beispiel in Florida und Arizona. Einflüsse salziger Seeluft lassen sich insbesondere in Prüfstationen untersuchen, die auf den Nordseeinseln Sylt und Helgoland oder in Küstennähe verortet sind. Belastungen durch Industrie-Emissionen oder Autoabgase können in der Nähe viel befahrener Straßen oder an exponierten Orten innerhalb von Industriegebieten überprüft werden. Als Prüfkörper dienen dabei jeweils beschichtete Prüfbleche definierter Abmessung (Panels), einzelne Bauteile oder vormontierte Baugruppen. Werden ganze Baugruppen ausgelagert, bietet sich zudem die Möglichkeit, die im Falle eines späteren Verbaus auftretenden mechanischen Einflüsse auf die Beschichtung sowie eventuelle Materialpaarungen hinsichtlich der Korrosionsentwicklung zu untersuchen.

KÜNSTLICHE BEWITTERUNGSTESTS

Der Vorteil künstlicher Bewitterungstests ist die Reproduzierbarkeit und in der Regel die kürzere Testzeit. Schwankungen innerhalb sowie zwischen den Jahren sind nicht zu erwarten. Auch die stochastischen Schwankungen sowie die teils sehr lange Prüfdauer bei der Freibewitterung werden durch die kürzere und wiederholbare künstliche Bewitterung vermieden. Zwischen den gelieferten Ergebnissen können sich jedoch Unterschiede ergeben – zum Beispiel durch verschiedenartige Gerätebauweisen oder Strahlungsquellen (z.B. UV-Tests).